Jetzt ist Zwetschgenzeit.

Zwetschgenzeit

Niemand erwartet Zwetschgen schon im Juli. Und trotzdem sind sie schon da. Rund zwei Wochen früher als gewöhnlich  hat dieses Jahr die Zwetschgenernte in der Schweiz begonnen. Und wie schon bei den Kirschen wird auch bei der blauen Königin eine grosser Ernte erwartet. Rund 3’500 Tonnen sollen es dieses Jahr werden. Die grosse Menge macht nach zwei mageren Jahren Freude, bringt aber auch einige Probleme mit sich. Besonders bei den Hochstamm-Zwetschgen – den Bühler, Fellenberger oder Hauszwetschgen – hängen mehr Früchte an den Bäumen, als vermarktet werden kann. Hochstamm Zwetschgen spielen als Tafelfrüchte kaum noch eine Rolle. Dafür werden sie seit einige Jahren als Rohstoff für verarbeitete Produkte geschätzt: z.B. für Jogurts, Konfitüren und Wähen. Bei Coop z.B. finden sich einige Zwetschgenprodukte mit dem Label Hochstamm Suisse in den Regalen. Bei einer derart grossen Mengen bleibt aber die Vermarktung für Hochstamm Suisse eine Herausforderung. Wir versuchen dabei, die vermarktbare Menge möglichst fair auf alle Bauernfamilien zu verteilen.

Sorgen bereitet der grosse Fruchtbehang auch älteren Bäumen. Im Oberbaselbiet habe ich schon einige wunderschöne Bühler-Hochstämmer gesehen, die unter der Last zusammengebrochen sind. Hinzu kommt die feuchtwarme Witterung, die den Kranheitsheitsbefall begünstigt. Bei unbehandelten Bämen kann man regelrecht zusehen, wie die Früchte nach wenigen Tagen faul werden.

Trotzdem bereitet uns die beginnende Zwetschgenernte viel Freude. Dieses fast unwirkliche Blau der Früchte ist schon fantastisch. Und ab Hochstamm schmeckt die Zwetschge einfach besser…

Veröffentlicht am: 5. August 2014 in Jetzt im Obstgarten

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Responses (2)

  1. Nicolas Degen
    5. August 2014 at 19:05 · Antworten

    Cool! Wieso werden bühler nicht als tafelfruechte verkauft? sind mega fein!!

    • Martin Müller
      12. August 2014 at 17:36 · Antworten

      Bühlerzwetschgen sind, wenn reif gepflückt, wirklich fein und zu finden und kaufen gibt es sie noch auf vielen Bauernhöfen mit Direktvermarktung.
      Glücklicherweise folgen nicht alle Landwirte den Vorgaben des Obstverbandes sondern ihrem eigenen Gespühr und den Wünschen ihrer Kunden.
      Und übrigens finde ich einen Hochstammblog indem laufend betont wird dass die Früchte von Hochstammbäumen nicht im Handel sind sondern sich hauptsächlich für Schnaps, Most und Marmelade eignen schon sehr sehr eigenartig………..??!!

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